Definition


Betriebliches Eingliederungsmanagement Definition

Das betriebliche Eingliederungsmanagement ist:

ein „Verfahren, um möglichst optimal den  Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu fördern und den Arbeitsplatz zu erhalten“.

Es ist ein:

„rechtlich regulierter Suchprozess, der individuell angepasste Lösungen zur Vermeidung zukünftiger Arbeitsunfähigkeit ermitteln soll“.

Das „Ziel des BEM ist es, festzustellen, aufgrund welcher gesundheitlicher Einschränkungen es zu den bisherigen Ausfallzeiten gekommen ist und ob Möglichkeiten bestehen, sie durch bestimmte Veränderungen künftig zu verringern, um so eine Kündigung zu vermeiden…“

Diese Definition zum betrieblichen Eingliederungsmanagement hat im Jahr 2009 das Bundesarbeitsgericht festgelegt (BAG 10.12.2009, 2 AZR 400/08).

Eigenschaften eines betrieblichen Eingliederungsmanagements

Das BEM…

  • umschreibt einen firmenspezifischen, individuellen Prozess
  • soll in allen Aspekten präventiv wirken
  • hebelt rechtliche Gegebenheiten nicht aus
  • gilt für alle Beschäftigten im Betrieb
  • ist keine Garantie für den Erhalt des Arbeitsplatzes
  • wird durch den Disability Manager durchgeführt

Im SGB IX (neuntes Sozialgesetzbuch), §84 Absatz 2 findet sich die gesetzliche Grundlage für das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM). Hier ist beschrieben, dass Arbeitnehmer ein Anrecht auf Prüfung und bestenfalls Durchführung von BEM-Maßnahmen haben, wenn diese innerhalb eines Jahres „länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig“ sind. (Quelle: SGB IX)

Schaubild: Ablauf BEMMuster-Ablaufschema betriebliches Eingliederungsmanagements

 Quelle: Seminar „Betriebliches Eingliederungsmanagement und krankheitsbedingte Kündigung“ / Verlag Dashöfer GmbH


Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Was ist das BEM und wie betrifft es den Betrieb bzw. das Unternehmen? Welche Rechte & Pflichten hat der Arbeitgeber, welche der Arbeitnehmer? Welche Maßnahmen zur stufenweise Wiedereingliederung der Beschäftigten an den gewohnten Arbeitsplatz stehen zur Verfügung? Welche Beteiligung hat der Betriebsrat bei der Wiedereingliederung?

Kommt es zur Arbeitsunfähigkeit eines Arbeitnehmer für einen längeren Zeitraum, entstehen viele Fragen für die Verantwortlichen, aber auch für den betroffenen Arbeitnehmer selbst.

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement, kurz BEM, hat in § 167 Absatz 2 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) seine gesetzliche Verankerung, ist dem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) zuzuordnen und seit längerem eine Rechtspflicht des Arbeitgebers.

In vielen Fällen ist zum Beispiel eine krankheitsbedingte Kündigung der Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen ohne Durchführung bzw. Einführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements nicht rechtens.

Das erfolgreiche Führen eines BEM-Gesprächs mit dem Mitarbeiter, Maßnahmen zur Förderung der betrieblichen Gesundheit auf der Arbeit, das Wiederaufnehmen der bisherige Tätigkeit und das Bilden eines BEM-Teams können zu den Aufgaben gehören und müssen fachgerecht vollzogen werden. Hierzu wird meist ein Disability-Manager im Unternehmern ausgebildet.

Wegweiser für Unternehmen: Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement müssen einige Punkte beachtet werden. Erfahren Sie auf unserer Themenseite, wie Arbeitgeber ein funktionierendes betriebliches Eingliederungsmanagement einführen können:

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Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio

Betriebliches Eingliederungsmanagement
Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio